Die ehemalige Gemeinde Gautzsch (juristischer Name bis 31.12.1933) liegt im Nordwesten des späteren Stadtgebietes von Markkleeberg. Die Flur Gautzsch wird im Westen durch die Fluren Knauthain und Großzschocher begrenzt, im Süden durch die Flur Zöbigker, im Osten durch die Flur Oetzsch-Raschwitz und im Norden durch die Flur Leipzig-Connewitz (Ratsholz). Durch die Ortsflur floß die zur Zeit teilweise ausgetrocknete Batschke.
Urnenfunde im Schloßpark, in den Grundstücken der alten Dorfgasse, im Garten des ehemaligen Roland'schen Gutes und in Sandgruben an der Kirschallee lassen auf frühzeitige Besiedlung schließen. Man darf wohl annehmen, von den ältesten, 280.000 Jahre alten Funden in Alt-Markkleeberg, dem heutigen Markkleeberg Ost, auf eine gleichzeitige Besiedelung von Gautzsch schließen zu dürfen, da es sich bei den Altsteinzeitmenschen um Nomaden handelte.
Bedeutende Funde stammen aus der Spätbronzezeit, die hier unter dem Einfluß der Lausitzer Kultur stand, so ist ein großes Gräberfeld zu nennen, das bei der Gründung während der Bauarbeiten des WAMA- Gebäudes auftauchte. Ein Arbeiter hatte dies gemeldet, aber als die ersten Archäologen aus dem Naturkundemuseum Leipzig auftauchten, hatten die fleißigen Baggerführer den größten Teil schon aufgeladen und in die Kippe fahren lassen, doch selbst der Rest bleibt eindrucksvoll.
Aus Gautzsch besitzen wir auch Trachtbestandteile, wie Nadeln, Perlen und Armringe, auch konnte der Nachweis von Siedlungen erbracht werden. Ebenso kann der Einfluß der Kelten deutlich in einem spätlatene Grab aus der Koburger Straße nachgewiesen werden.