Natur

Angesichts der fruchtbaren Böden von Elster- und Pleißeaue entstanden im Südraum Leipzig bereits seit dem 11. Jh. Wasserburgen.

Die Gautzscher Wasserburg wurde mit dem Verfall des Rittertums zu einem Gut umgewandelt. Im Jahre 1717 wurde die Gautzscher Kirche neu erbaut. Die Gemeinde erhielt einen großen Gasthof, der als erste Station nach Leipzig als Ausspanne Bedeutung hatte. Am Floßgraben entstand eine bedeutende Mühle und es wurde ein „prächtiger Garten“ – der spätere Kees’sche Park – angelegt. Man kann davon ausgehen, dass mit der spätbarocken Anlage eine funktionierende Landwirtschaft und ein hochherrschaftlicher Park bestand. Vermutlich wurde in dieser Zeit auch das Wassergrabensystem auf die heutige Größe erweitert. Durch geschickten Einbau von Wehren konnte der Wasserstand immer konstant gehalten werden.

Historische Karten stellen eine komplexe kulturlandschaftliche Nutzung dar. Neben Rosen- bzw. Blumengärten sind auch ausgedehnte Obst- bzw. Baumgärten verzeichnet. Die landwirtschaftlichen Anlagen waren im Umfeld des Herrenhauses errichtet. Die Haupt- und Nebenachsen lassen sich über Jahrhunderte zurückverfolgen.


Seit dem Beginn des 19. Jh. war das Gut in Besitz der Familie Kees. Walter Kees ließ zum Ende des 19. Jh. eine weiträumige Parkanlage mit großen Rasenflächen und breiten Wegen gestalten. Der restliche Teil des Parks wurde landschaftlich umgestaltet. Die landwirtschaftlichen Gebäude ließ Kees abreißen, das Gut wurde etwa einen Kilometer entfernt an der heutigen Straßenbahn-Endstelle der Linie 9 neu errichtet und der Park wurde für eine repräsentative Privatnutzung. Markantestes Gebäude war ein über 100m langer Wintergarten mit einer geschwungenen Fassade. Dessen zentraler Baukörper war ein Palmenhaus, das heute noch vorhanden ist. Dem Palmenhaus gegenüber am anderen Ende der Querachse wurde ein Museum für ausgestopfte Vögel erbaut. Die Querachse wurde mit einer Rotbuchen-Allee betont. Im Übrigen baute der Park auf den vorhandenen Gehölzstrukturen des Ringgrabens auf, schuf aber auch große Wiesen- und Rasenflächen mit Schmuckpflanzungen. Eine ehemalige Ziegelbrennerei wurde zur Orangerie umgebaut, zahlreiche Obstpflanzungen vorgenommen.

Mit dem Tod von Kees begann ab dem Beginn des 20. Jh. ein langsamer, aber stetiger Verfall. Die Stadt Leipzig erwarb das Gut 1940. In der Folge wurde das Herrenhaus als Altenheim, Hilfskrankenhaus, später Krankenhaus genutzt. Die Umfassungsmauer wurde in den achtziger Jahren abgetragen. Der Park musste sich der Nutzung unterordnen. Die Wegeführung wurde verändert, die Wege teilweise asphaltiert und ringsum befahrbar gemacht (Rückbau von Stufen). Neue Gebäudeteile, erst Baracken, später Ziegelbauten, Verwaltungsbaracken usw. zerstörten nach und nach die alte Parkstruktur. Der Park wurde bis in die neunziger Jahre als Krankenhauspark genutzt. Das dazugehörige Markkleeberger Krankenhaus wurde 1993 geschlossen (FNP Stadt Markkleeberg 1998).

Die zentralen Parkteile werden seitdem soweit gepflegt, dass die ehemaligen Rasenflächen landwirtschaftlich gemäht werden. Die Randbereiche verwilderten, so dass sie heute innerhalb der Einfriedung bewaldet sind. Jahrelang wurde Müll und Asche in den Ringgraben verkippt, so dass das Grabensystem vorerst nicht mehr verwendungsfähig ist. Das gesamte Grabensystem ist seit Jahren außer Betrieb, die wasserwirtschaftlichen Anlagen nicht mehr funktionsfähig. Kleingärtner nördlich des Parks nutzten das Parkgelände ebenfalls als Müllplatz.


Die Nutzung des benachbart gelegenen Cospudener Sees als neu angelegtes Naherholungsgebiet verstärkt die Frequentierung des Gebietes seit 2000 erheblich.

Mit einem neuen Eigentümer hat im August 2005 die grundlegende Rekonstrution des Parkes begonnen. Die historischen Achsen und der Ringgraben wurden als erstes freigelegt, Sichtbeziehungen wieder hergestellt. Randbereiche werden waldartig erhalten.

In 2007 ist dann eine Parkstruktur wieder hergestellt, die dem Zustand von vor 100 Jahren nahe kommt. Für die Gebäudenutzung befindet sich ein B-Plan im Aufstellungsverfahren.


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Für besonders Interessierte haben wir das Artschenschutz- sowie Baumgutachten hinterlegt:

Artenschutzgutachten

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